Iphofen, im November 2017

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde unseres Hauses,

es ist wieder einmal soweit, die 2017er Ernte ist fast abgeschlossen. Bis auf einige „Pokerzeilen“ mit der Hoffnung auf edelsüße Spezialitäten, ist alles im Keller. Es war kein einfaches Jahr. Nach dem moderaten, trockenen Winter verwöhnte uns der März mit sehr hohen Temperaturen und die Rebknospen brachen schon zur Monatsmitte auf. Die ernüchternde Abkühlung, mit Spätfrost am 20. April, ließ unsere Hoffnungen auf ein „wiedermal völlig normales Jahr“ sinken. In hohen Lagen, die sonst nie frostgefährdet waren, sorgten Wind- und Strahlungsfrost mit bis zu - 4° für empfindliche Schäden. Die weiter anhaltende Trockenheit veranlaßte uns dazu, die Weinbergsbegrünung schweren Herzens zu liquidieren, da bei einsetzendem Längenwachstum der Triebe, die Rebe selbst das kostbare Naß benötigt. Doch dann wurde es naß. Ab Mai öffnete der Himmel die Schleusen und wir bekamen bis zur Lesezeit sage und schreibe 539 L/m. Regen. Das gab’s noch nie! Gottlob wurden wir von Hagel oder schweren Unwettern verschont und die Trauben reiften. Die Beeren wurden durch das immense Wasserangebot immer größer, drückten sich gegenseitig vom Stielgerüst ab und begannen dadurch schließlich zu faulen. 

 

Bei der Weinlese mußte deshalb sehr viel verworfen werden, denn nur aus gesunden Beeren bereiten wir unseren Wein und das geht natürlich nur mit der Handlese. Die erwartete hohe Erntemenge hat sich dadurch wieder relativiert und wir müssen keine neuen Fässer kaufen. Wir bleiben aber frohgemut, nicht nur weil wir Ihnen trotzdem wunderbare Weine anbieten können sondern uns auch durch dieses schwierige Jahr nicht aus der Ruhe haben bringen lassen. Sonst hätten wir schließlich die falsche Profession! 

 

Das aktuelle Angebot beinhaltet auch noch Weine des Jahrgangs 2015, die dank unserer Kellerphilosophie des langen Hefelagers, erst jetzt richtig zeigen, was sie können und prachtvoll entwickelt sind. Zum Beispiel der 2015er-Jahrgang: Kronsberg Silvaner „alte Reben“ – ein Bild von einem Silvaner, oder der Riesling Gutswein – mit Finesse und feiner Frucht. Die Großen Gewächse vom Echterberg, Riesling und Silvaner, sind überzeugende Spezialitäten aus der Großen Lage mit wunderbarem Bukett und ausgeprägter Mineralität. Die Küchenmeister Rieslaner Spätlese mit exotischen Aromen von Maracuja und Passionsfrucht und feiner Fruchtsüße ist der ideale Begleiter zu kräftigem Käse, fruchtigen Desserts oder deftigem Hefezopf. Ein Wein, der wahre Begeisterungsstürme auslöst, wenn er bei einem Menü zu diesen Speisen gereicht wird! Doch nun zum Jahrgang 2016, der mich erneut zum Schwärmen bringt! Die Gutsweine, unsere Basisqualität, sind typische Rebsortenweine, frisch und klar, mit eindeutiger Sortenspezifität. Besonders empfehlen möchte ich Ihnen hier den Grauburgunder, mit feiner Birnennote, ein perfekter Essensbegleiter, wenn man mal etwas anderes als Silvaner möchte. Die Weine von VDP.Erste Lage sind Besonderheiten, bei denen man die Beeinflussung des Bodens, aber auch die Unterschiede der kleinklimatischen Bedingungen in den verschiedenen Lagen deutlich spürt. Mineralisch, würzig und unverwechselbar. 

 

Alljährlich zuverlässig ist die Eleganz des Kalb Silvaners durch den dort vorherrschenden leichten Keuper, mit hohem Gipsanteil, sehr überzeugend zu spüren. Erstmalig finden Sie denVDP.Erste Lage Julius-Echter-Berg Silvaner auf der Liste, von einer Parzelle, die wir von unserem Onkel Andreas zur Bewirtschaftung bekommen haben. Die vielfältige Mineralität und typische Würze der berühmten Lage, mit enormer Tiefe und Wohlgeschmack, ein Wein von ganz herausragender Qualität! Fehlt noch die Scheurebe aus der gleichen Lage. Feine Aromen von Grapefruit und Cassis, elegant strukturiert und sehr lange am Gaumen. Und nun zu meinem Lieblingswein, dem 2016er Kronsberg Sauvignon blanc! Betörende Holunderblüte und Geschmack nach reifer, gelber Gartenstachelbeere. Enkel Hanni fand noch das seltene Aroma der Amalfi-Zitrone, als ich ihn am Glas schnuppern ließ, die er vor 2 Jahren kennenlernte, als wir die Früchte von einer Romreise mitbrachten. Ein Wein, der ein erstauntes Lächeln ins Gesicht zaubert und einen Vergleich mit den internationalen großen Vertretern seiner Art nicht zu scheuen braucht. Sie sehen, meine Damen und Herren, liebe Weinfreunde, es würde sich sehr lohnen uns in unseren neuen Weingutsräumen zu besuchen, um sich selbst davon zu überzeugen! Natürlich halten wir auch wieder – ganz frisch - unsere Confiseriespezialitäten für Sie bereit. Sie schmecken besser denn je und sind in unseren ansprechenden Geschenkpackungen ein attraktives Weihnachtsgeschenk! 

 

Nun wünsche ich Ihnen viel Freude beim Studieren unseres neuen Angebots und hoffe Ihr Interesse geweckt zu haben. Falls Ihnen ein Besuch nicht möglich ist, rufen Sie uns an oder schicken uns eine e-mail und lassen Sie sich ein Probepaket schicken. Wir beraten Sie dabei sehr gerne. 

 

Ein kleines Bonmot von unserem jüngsten Enkel Ludwig (7) möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, der neulich über die Geschehnisse um das Thema Terrorismus mit seinem Vater philosophierte: „Papa, Eoristen sind noch schlimmer als Theoristen! Und Affentäter essen Bananen und schmeißen die Schale auf die Straße, damit jemand ausrutscht!“ Aus dieser kindlichen Betrachtung heraus, wünsche ich, daß die Welt vielleicht wieder etwas friedlicher wird und die Mächtigen der einzelnen Staaten gewisse Vernunft erkennen lassen. Dabei würde ihnen sicherlich gelegentlich ein Gläschen Wein (z.B. vom Ruck) gute Dienste erweisen – wenn sie es nur erkennen würden! 

 

Ihnen wünsche ich eine friedvolle Zeit und ein frohes Weihnachtsfest und hoffe für uns Winzer wieder mal auf ein „völlig normales Jahr“!

 

Ihr Johan Ruck